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Der Harburger Standort von HOBUM wird an das entstehende Wasserstoffnetz angeschlossen. Arnold G. Mergell erklärt, warum Redundanz zählt.

Der Standort der HOBUM Oleochemicals GmbH in Harburg wird im kommenden Jahr an das entstehende Wasserstoffnetz angeschlossen. Damit schafft HOBUM die Voraussetzungen für einen späteren Einsatz der Technologie in der Produktion. Warum das trotz heute deutlich höherer Kosten sinnvoll ist, erläutert Arnold G. Mergell, geschäftsführender Gesellschafter von HOBUM, im Gespräch mit Tobias Pusch für das Wirtschaftsmagazin Business & People II/26.

Die Verarbeitung pflanzlicher Öle und Fette zu chemischen Vorprodukten ist energieintensiv. Aus diesen Rohstoffen entstehen bei HOBUM Vorprodukte für Lacke, Klebstoffe, Dichtstoffe und Elastomere. Viele Prozessschritte brauchen hohe Temperaturen und große Dampfmengen. „Die Elektrifizierung einer Industriegesellschaft ist nicht trivial", sagt Mergell. Er betrachtet Wasserstoff daher nicht als Konkurrenz zu anderen Technologien, sondern als zusätzliche Option. Sein Argument ist Redundanz: Wer von einem einzelnen Energieträger oder Lieferanten abhängt, trägt ein Versorgungsrisiko. Dass Wasserstoff heute um den Faktor fünf bis sieben teurer ist als etablierte Energieträger, bestreitet er nicht. Daraus abzuleiten, dass die Technologie keine Zukunft hat, hält er trotzdem für falsch. Technologien werden mit zunehmender Verbreitung günstiger und effizienter. Eingeordnet ist der Anschluss in die Klimaziele von HOBUM, die sich an der Science-based Targets Initiative orientieren. Für Scope 1 und 2 sind dort 62 Prozent Reduktion bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2020 festgehalten.

Mergell ist zugleich stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden. Der Verein bringt über die Formate HY NOON und das Wasserstoff-Symposium Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Netzbetreiber zusammen. Für Mergell ist der Netzanschluss vor allem eine Investition in Handlungsspielraum. Er geht davon aus, dass künftig nicht mehr allein der Preis eines Produkts zählt, sondern auch dessen Footprint. Für Kunden in der Formulierung wird damit die Energiebasis ihres Lieferanten zu einem Auswahlkriterium. Wer die Voraussetzungen früh schafft, hat später die größeren Spielräume. „Wir müssen jetzt einfach mal anfangen", sagt Mergell. Das Heft steht kostenfrei als PDF im Archiv des Verlags, in deutscher Sprache. Den vollständigen Artikel lesen Sie auf Seite 14 der Ausgabe II/26 von Business & People.